Kategorie: Nordmarken

Vorschau auf die Flusslande: Die Stadt Gratenfels

Auch wenn es schon wieder einige Zeit her ist, seit wir hier ein Lebenszeichen von uns gegeben haben: Uns wurde noch nicht zur Wiedergeburt verholfen (auch wenn das echte Leben die Zeit für uns immer knapper werden lässt), und wir wollen auch die diesjährige A(d)ventszeit – oder wie wir sie nennen: Zeit der Ankunft* – dazu nutzen, euch den einen oder anderen Artikel zu präsentieren.

* Denn wieder einmal nähert sich der Weltendiskus der Zeit, für die Rur es so gefügt hat, dass die Tage ihre kürzeste Spanne erreichen und so allen Bruderschwestern Zeit gegeben wird, in den langen Nächten mit Freunden und Liebsten Frieden und Ruhe zu finden. So kehrt nun mancher von weit her heim, und die Schönheit der Welt will es, dass der Weg nicht einer ist, sondern jeder zunächst vier Abschnitte beschreiten muss, bevor er sein Ziel erreicht. Diese vier Pfade hat Rur in seiner Weisheit unter die Obhut unseres Bruders Aves gestellt (auf dass dieser die Reisenden auf ihrem Weg beschützen möge), weshalb sie  von vielen auch Avente genannt werden.

Als Auftakt zum 1. A(d)vent gibt es von uns, mit freundlicher Unterstützung durch Ulisses, einen Ausblick auf die kommende DSA5-Regionalspielhilfe Die Flusslande. In dieser wird es um den Kosch und die Nordmarken gehen sowie um die in den dortigen Bergen liegenden Zwergenreiche. Erscheinen soll die Produktflöte zu den beiden mittelreichischen Provinzen (was alles enthalten ist, seht ihr in der Übersicht bei Ulisses) in nicht mehr ganz zwei Wochen am 13. Dezember.

Blick vom Turnierplatz vor den Toren der Stadt auf die Mauern und Häuser von Gratenfels – Bild von Katharina Niko aus dem Heldenbrevier der Flusslande

In unserer Vorschau geht es um ein echtes Urgestein der aventurischen Stadtgeschichte, das, zumindest was die Erwähnung in Abenteuern angeht, dem allerersten Abenteuerschauplatz Havena direkt auf dem Fuße folgte: die Stadt Gratenfels. Dank der Kaiser Retro-Box können inzwischen alle, die es wollen, nacherleben, wie wir alten Säcke damals ins noch ganz frische Spiel starteten: Nachdem man damals von Freund Alrik in Havena in Silvanas Befreiung verstrickt worden war, machten sicher viele direkt mit Im Wirtshaus zum Schwarzen Keiler weiterdem ersten Abenteuer* der inzwischen so langen DSA-Abenteuerbändereihe.

*In Wahrheit ist die Sache mit dem ersten Abenteuer so nicht ganz richtig: Die Schöpfung von DSA mit einem einzelnen, einsamen und geschwisterlosen Abenteuer zu beginnen, wäre eine einzigartige Idee gewesen. So finden sich im Abenteuer Basis-Spiel von DSA stattdessen bereits zwei(!) Abenteuer (ein Solo- und ein Gruppenabenteuer), und die zwei(!) Start-Boxen (Abenteuer Basis-Spiel und Werkzeuge des Meisters) wurden direkt durch vier(!) weitere Abenteuerbände ergänzt. Preiset die Schönheit, Freunde, welch schönen und rurgefälligen Beginn unser liebstes Spiel doch hatte!

Das Gratenfelser Becken – Bild von Axel Sauerwald aus der Spielhilfe Die Flusslande

Was heute vermutlich vielen nicht mehr bekannt sein dürfte, ist, dass es in den beiden DSA-Boxen der ersten Stunde fast keine Informationen zur Geografie Aventuriens oder gar eine richtige Karte gab. Man wusste nur, dass Havena eine Hafenstadt am Großen Fluss und am Meer der Sieben Winde ist, von der aus einst Händler ins Güldenland segelten. Spielte man nun Abenteuer wie den Keiler, erweiterte sich die Geographie meist ein wenig. In diesem Fall begleiteten die Helden Gevatter Karolus auf seinem Weg von Havena ins östlich gelegene Angbar. Man erfuhr dabei, dass der Weg über die Koschberge und den dortigen Greifenpass führt und dass im Vorfeld der Berge, bevor man zum Pass kommt, der Marktflecken Gratenfels liegt, in dessen Nähe sich wiederum das Gasthaus aus dem Namen des Abenteuers befindet.

Der Kasten mit den Informationen zur Stadt Gratenfels aus der Spielhilfe Die Flusslande.

Als Maraskaner fällt einem dabei natürlich sofort auf, dass die Schönheit der Welt sich auch aus sich selbst heraus immer wieder erneuert und wiederholt. Folgte einst auf die Schaffung Havenas die Schaffung von Gratenfels, Angbar, den Koschbergen und dem Greifenpass, so folgt nun bald auf die Stadtspielhilfe zu Havena die Regionalspielhilfe zu den Flusslanden. Man spürt praktisch den Atem Rurs, wie er über dieser Angelegenheit weht. Vielleicht ist allerdings auch nur das Fenster nebenan offen und alles ist Zufall. Aber ich schweife ab.

Vermutlich haben nicht nur DSA1-Veteranen schon früh von Gratenfels gehört. Auch zu DSA3-Zeiten dürfte der eine oder die andere in der Stadt seinen bzw. ihren Einstand ins Rollenspiel erlebt haben, bot sich damals doch insbesondere für Spielanfänger das Abenteuer Über den Greifenpass von Tom Finn an. Der Band enthielt jede Menge Tipps für Spielleiterneulinge und erleichterte ihnen so das möglicherweise erste Meistern sehr.

Auch für erfahrenere Spieler bietet das Abenteuer immer noch die Möglichkeit zu schönem Spiel. Nicht zuletzt, weil man gerade als Veteran hier eine der Stärken von Das Schwarze Auge erleben kann. War Gratenfels im Schwarzen Keiler noch von einem paranoiden Grafen regiert worden, der sich und die Seinen mit kriminellen Machenschaften ins Verderben stürzte, so greift Über den Greifenpass diese Geschichte auf, führt sie weiter und nutzt sie zur Erklärung verschiedener Elemente, wie der für die Größe der Stadt völlig überdimensionierten Stadtbefestigung. Die Flusslande öffnen nun bald das nächste Kapitel der inzwischen fast 35 Jahre alten Geschichte dieser Region. Wir sind gespannt, was uns da in Zukunft noch erwarten wird. Zur Sicherheit üben wir aber schon mal ein wenig – das schadet nie:

»Grotho, Garax, Grotho Greifax, Graf von Gratenfels.«

 

DSA-Klassiker zum Wiederentdecken: Teil 5

Zum Geleit

Asboran Klassiker LogoHeute geht es in unserer Klassikerreihe um das DSA-Urgestein unter den Abenteuern. Im Wirtshaus zum Schwarzen Keiler, das erste Abenteuer der damaligen B-Reihe (die man allein mit den Basisregeln spielen konnte), erschien zuerst 1984, gleichzeitig mit drei weiteren B-Bänden. Diese vier Abenteuer (Welch’ schöner Anfang!) waren damit die ersten, die nicht im Rahmen einer Box angeboten wurden. Der Keiler hat inzwischen stolze 34 Jahre auf dem Buckel und dürfte für viele Spielerinnen und Spieler der ganz alten Garde zu den allerersten Ausflügen nach Aventurien geführt haben. Zugleich dürfte das Abenteuer nicht nur in der Erinnerung vieler DSAler Spuren hinterlassen haben, die Ereignisse des Abenteuers wurden später auch an den folgenden drei Stellen noch einmal offiziell aufgegriffen, u.a. mit dem Versuch, so manche kuriose Setzung der DSA1-Frühzeit plausibel in den aventurischen Hintergrund zu integrieren:

  • im Abenteuer Das Geheimnis des Schwarzen Keilers von Tom Finn, erschienen in der Anthologie Rückkehr zum Schwarzen Keiler,
  • in der Oldschool-Reminiszenz Unheil im Schwarzen Keiler (zu der ihr an dieser Stelle einen ausführlichen Test- und Spielbericht aus unserer Zeit bei Nandurion lesen könnt),
  • in der Erzählung Greifax Vermächtnis von Tom Finn, erschienen in der Anthologie Gassengeschichten (v.a. hier wird das eher bizarr-unverständliche Verhalten des Grafen Baldur Greifax aus dem Original-Abenteuer mit einer plausiblen Hintergrundgeschichte versehen).

Angesichts der jüngst erfolgreichen Crowdfunding-Aktion zur Kaiser Reto-Box wird Im Wirtshaus zum Schwarzen Keiler dieses Jahr eine gedruckte Neuauflage in zweifacher Ausführung erleben (als Download erhältlich ist die Urfassung bereits seit einiger Zeit). Es gibt daher mehr als genug gute Gründe, diesem DSA-Urgestein eine Rückschau zu widmen und dabei die Frage zu erörtern, ob und wie sich auch heute noch ein Besuch im bekanntesten Gasthaus zwischen Himmelsturm und Porto Velvenya lohnt. Mit dabei beim heutigen Disput sind von Seiten Asborans zwei unserer oldschoolaffinen Wütechsen der wenigen Worte (Alrik und Alrik) sowie Josch und Thorjin. Vervollständigt wird die Märchenonkel-Trias durch Gastdisputant Vibardjin.

Josch, Thorjin und Vibardjin haben sich zum Zwecke der Auffrischung ihrer Erinnerungen eigens für diesen Disput auch noch einmal per Limbusreise auf eine gemeinsame Keilerexpedition begeben (sprich das Abenteuer über Skype gespielt) und ihre Erlebnisse in einem ausführlichen Spielbericht festgehalten. Ihr findet ihn hinter diesem Link.

Da wir uns dieses Mal in unserer Einschätzung des Abenteuers recht einig waren, haben wir, im Sinne der Abwechslung und der Ausgewogenheit, mit Fredhold Riesengarst noch einen weiteren Gast eingeladen, der konsequent den Standpunkt zeitgenössischer Rollenspielkritik verkörpert und von hier aus zu deutlich anderen Urteilen gelangt als die Mehrheit der Diskutanten. Weiterlesen

DSA-Klassiker zum Wiederentdecken – Teil 2

Einleitung

Asboran-Klassiker-LogoThorjin: Aller guten Dinge sind … zumindest mehr als eins. Unter dieser Prämisse – und da man auf einem Bein schlecht stehen kann – ist der zweite Teil unserer Ein-zweiter-Blick-auf-Klassiker-Reihe ein Muss. Was das Konzept soll und was wir allgemein zu Klassikern zu sagen haben, findet der geneigte Leser in unserem ersten Beitrag zum Thema. Hier wird es dazu daher keinen Kladj mehr geben.

Alrik: Ich bin hier und habe Hunger. Bruderschwester Thorjin, du solltest mit deinem Geschwafel nicht unsere Leser abschrecken. Unsere echszentrischen Freunde mögen es warm und mit Gewalt. Tod und Verderben! Langeweile lässt sie kalt werden, und so den kleinen Tode sterben!

Thorjin: Nun gut, aber du musst mir deswegen ja nicht gleich in die Wade beißen. Wenn du Tod und Verderben willst, dann sage ich nur noch: Vorhang auf! Obwohl, vielleicht noch dies: Auch diesmal sind wieder dabei: Gasteinhorn Vibart, die  Bruderschwestern Prajoschziber und Thorjin, und als Vierter im Bunde einer unserer Administranten Alrik. Seine Bruderschwester Alrik verzichtet aus zahlenmystischen Überlegungen heute auf die Teilnahme. (Übrigens: Wer sich sicherheitshalber vor der Lektüre noch einmal informieren möchte, wer diese Personen sind und was ihre Vorlieben und Interessen beim Spielen von Klassikern sind, der kann dies ebenfalls an dieser Stelle tun.) Aua! Ja ja, es geht ja schon los… Weiterlesen

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